Kino unterm Dach

 

Ein Projekt des Vereins Kino unterm Dach e.V. und der Volkshochschule Schwerin, Puschkinstraße 13, 19055 Schwerin

mit Unterstützung des Landesverbandes Filmkommunikation e.V. M-V

Ort  Puschkinstraße 13, 19055 Schwerin Eintritt 5,00 € Zeit 19:30 Uhr
Fahrstuhl bis 2. Etage vorhanden
http://www.kino-unterm-dach.de

Wir sehen uns und freuen uns auf viele Kinogänger, Filme und Erlebnisse.

Ein Hinweis in eigener Sache!
Karten für die Kinoveranstaltungen sind nur bei "Kino unterm Dach" an der Abendkasse erhältlich. 


24. Januar 2019, 19:30 Uhr
Die Wildente
Eine soziale Wilderei

Sollte man einem Menschen seine Lebenslüge nehmen, auch wenn dies bedeutet, ihn um der Wahrheit willen ins Unglück zu stürzen? Der Dramatiker Henrik Ibsen erörterte dieses moralische Dilemma 1884 in seinem Theaterstück „Die Wildente“, Simone Stone verlegt es in einer modernen Adap¬tion nach New South Wales an einen Ort, in dem durch wirtschaftlichen Niedergang langsam die Lichter ausgehen und die menschlichen Beziehungen erodieren. Christian kehrt nach vielen Jahren, gescheiterte Ehe und mit Alkoholsucht zurück, Anlass ist die Hochzeit seines Vaters mit einer viel zu jungen Frau. Als er seinen Jugendfreund Oliver wiedertrifft und dessen Familie kennenlernt, kommt er einem verschütteten Geheimnis auf die Spur, dessen Entdeckung die eigene Biografie, das fragile soziale Gleichgewicht aller Beteiligten und schlussendlich das Gesamtgefüge der Kleinstadt nachhaltig erschüttert. Tiefgründiges und hoch spannendes Familiendrama.

AACTA Award 2016 Beste Nebendarstellerin und Beste Hauptdarstellerin
Australien 2015,   Regie Simon Stone
Darsteller Paul Schneider (Christian), Ewen Leslie (Oliver), Miranda Otto (Charlotte)
OmU, 96 Min, FSK 12


31. Januar 2019, 19:30 Uhr
Eine bretonische Liebe
Die Vielfalt zu lieben

Eine bretonische Liebe – der Titel lässt eine lokale Romanze vermuten. Doch der Film erzählt nicht nur von einer Liebe, sondern von der Liebe eines Vaters zu seinem Kind – sei es zur eigenen, erwachsenen Tochter oder zu dem Sohn, von dessen Existenz der Erzeuger bisher gar nichts wusste, oder aber zu dem Sohn, der sich nicht als das eigen Fleisch und Blut erweist. Ferner erleben wir tatsächlich eine klassische Liebesgeschichte zwischen Mann und Frau, denen jedoch ein gewichtiger Stein in den Weg gelegt wird. Carine Tardieu zeigt Menschen, die glaubhaft versuchen, mit ihrer Situation zurechtzukommen, die sich dabei bemühen, Verantwortung für andere, vor allem aber für das eigene Handeln zu übernehmen. Seine Geschichten erzählt der Film mit einer angenehmen Leichtigkeit, ohne es seinen Akteuren und dem Publikum allzu leicht zu machen.
Komödie,   Ôtez-moi d'un doute
Frankreich 2017,   Regie Carine Tardieu
Darsteller Francois Damiens (Erwan), Alice de Lencquesaing (Juliette), Cecile de France (Anna)
100 Min,   FSK 6



7. Februar 2019, 19:30 Uhr
The Broken Circle
Leben wie im Countrysong

Elise und Didier sind ein seltsames Paar. Elise betreibt ein Tattoo-Studio, Didier spielt Banjo in einer Bluegrass-Band, eine Art Country-Music. Er ist ein überzeugter Atheist und ein hoffnungsloser Romantiker, sie schmückt sich mit einem tätowierten Kreuz und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Als sie sich kennenlernen, ist es Liebe auf den ersten Blick.
Ihr Glück ist perfekt, als Maybelle geboren wird. Doch als sie im Alter von sechs Jahren ernsthaft erkrankt, gerät ihre Welt aus den Fugen und all die Höhepunkte ihrer intensiven Beziehung ziehen gedanklich an ihnen vorbei. Sie erinnern sich an den Zauber des Anfangs, ihre ungewöhnliche Hochzeit, die zunehmende Nähe durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Bluegrass-Music, die auch den passenden Soundtrack für dieses Drama stellt.

Auf der Berlinale 2013 den Panorama Publikumspreis
Drama,  Belgien / Niederlande 2012
Regie Felix van Groeningen
Darsteller Johan Heldenbergh (Didier), Veerle Baetens (Elise), Nell Cattrysse (Maybelle)
111 min, FSK 12



14. Februar 2019, 19:30 Uhr
In den Gängen
Das Märchen vom stillen Frischling und der ruppigen Fee

In irgendeinem Großmarkt an irgendeiner Autobahn irgendwo im Osten fängt der stille, junge Christian als Mitarbeiter an. Herausfordernd die Stunden auf dem Gabelstapler mit Bruno, nicht weniger anspannend die Begegnungen mit Marion aus der Süßwarenabteilung, die er selbstvergessen durch die Lücken in den Regalem anhimmelt. Die Sache mit dem Stapler wird besser, die Geschichte mit Marion bleibt eher aussichtslos, dennoch fiebert die Belegschaft mit und der wortkarge Chef der Getränkeabteilung wird zum unverhofften Ratgeber. Ein Chor aus großartigen Alltagsdialogen und dem Dauergeräusch der Scanner begleitet die leise, subtile Liebesgeschichte vor den Kulissen einer nur scheinbar banalen Arbeitswelt. Regisseur Thomas Stuber entwirft einen seltsam selbstgenügsamen Mikrokosmos der Gleichförmigkeit mit liebenswerten Gesten und liebevollen Gestalten, wie ihn das deutsche Kino lange nicht gesehen hat.
Deutscher Filmpreis 2018 Beste männliche Hauptrolle, FIPRESCI-Award Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern Melodram
Deutschland 2018,  Regie Thomas Stuber
Darsteller Franz Rogowski (Christian), Sandra Hüller (Marion), Peter Kurth (Bruno)
120 Minuten, FSK 12



21. Februar 2019, 19:30 Uhr
Auf der Suche nach Oum Kulthum
Wenn sie sang, schwiegen die Männer

Einmal im Monat, und das über 30 Jahre, stand für die Dauer einer Radiosendung die arabische Welt still. Aller Ortens lauschten die Armen und Reichen, die Gebildeten und Analphabeten Poesie in arabischer Sprache, gesungen von Oum Kuthum, über deren Stimme ein Komponist einmal sagte: „Etwas Schöneres gibt es nicht!“ Die in den USA lebende Iranerin Shirin Neshat, die große feministische Figur der iranischen bildenden Kunst, versucht sich in Ihrem neuesten Film diesem Phänomen zu nähern. Sie erschafft die Figur der iranischen Filmregisseurin Mitra.
Mitra, eine ambitionierte Künstlerin, Mutter und Ehefrau, verfolgt ihren Traum, einen Film über die legendäre Sängerin der arabischen Welt zu drehen. Das Ziel ihres Filmes ist es, die Anstrengungen und Mühen Oum Kulthums zu erforschen,die notwendig waren, um erfolgreich zu sein in einer von Männern dominierten Gesellschaft.

Drama,    Deutsch, Österreich, Italien, Marokko 2017
Regie Shirin Neshat
Darsteller Najia Skalli (Oum Kulthum), Neda Rahmanian (Mitra) Yasmin Raeis (Ghada)
Protagonistin Oum Kulthum
90 min,   FSK 0



28. Februar 2019, 19:30 Uhr
Vor dem Frühling
Poetische Reflexionen über das Ende der Macht

Der Präsident, einst Volksheld und Befreier seines Landes, wird entmachtet und muss in die wilde Gebirgsregion seiner Heimat Georgien flüchten. Von seiner Machtfülle ist nicht viel mehr geblieben als eine kleine Gruppe von Getreuen, die den Präsidenten durch das Land führen, von einem Notquartier zum nächsten, über schneebedeckte Berge und unwegsame Pässe, durch tiefe Wälder und reißende Ströme – voller Schönheit und Gefahren. Die unsichtbaren Verfolger setzen sie unter unerbittlichen psychologischen Druck. Die all umschließende Natur, ihr Zufluchtsort, stellt sich als unberechenbare Gewalt heraus. Die Reise wird zu einem rastlosen Unternehmen – zwischen Vertrauen und Misstrauen, zwischen Hoffnung und Zweifel. Der Film unternimmt eine allegorische Reise in die Tiefen der menschlichen Seele und in die Schönheit und Urgewalt der Natur. In dichten Bilderströmen wird eine poetische Geschichte über die Zusammenhänge von Macht und ihre Auswirkungen auf die Menschen erzählt.
Drama,     Khibula
Georgien, Deutschland, Frankreich 2017,   Regie Georg Ovashvili
Darsteller Hossein Mahjoob(Präsident), Kishvard Manvelishvili (Premierminister), Nodar Dzidziguri (Zurab)
99 Min,        FSK 12