Karl Marx oder Totgesagte leben länger - Einführung in sein Denken für das 21. Jahrhundert


Karl Marx (1818 - 1883), revolutionärer Querkopf oder Vordenker des 21. Jahrhunderts, wurde anlässlich seines 200sten Geburtstags im Jahre 2018 fast in allen deutschen Medien als eine bedeutende Person der Geistesgeschichte gewürdigt.

Seine Ideen selbst hingegen werden vielfach angezweifelt, gilt er doch für viele nach wie vor eher als ein Vordenker des gescheiterten Staatssozialismus, mitverantwortlich für dessen Irrtümer und Verbrechen.  Für andere wiederum zeigt er sich als ein Philosoph von zeitübergreifender Aktualität.
Gegenstand seiner rastlosen Untersuchungen war die Kritik der in unserer Alltagswirklichkeit fest verankerten Begriffe wie Kaufen und Verkaufen, Ware, Tauschwert, Markt, Geld, Kapital etc. - Begriffe, die von uns als ewig - natürlich empfunden bzw. wahrgenommen werden. Aber das Bekannte ist noch nicht auch schon das Erkannte. Blickt man dahinter,  handelt es sich bei derartigen Begriffen um zeitgebundene Abstraktionen einer unser Fühlen und Denken bestimmenden geschichtlichen Epoche und nicht das Ende der Geschichte. Marx´ Verdienst besteht darin, erstmalig die diesen Prozessen innewohnenden Verhaltensweisen bzw. wirkenden Triebkräfte - nach deren Takt sowohl Politik als auch wir alle tanzen - einer wissenschaftlichen Analyse zugänglich gemacht zu haben.
Erst auf Grundlage der von ihm erkannten Funktionslogik der kapitalistischen Wirtschafts -  und Gesellschaftsordnung - für die sich die vorherrschende Volkswirtschaftslehre selbst blind macht - war es ihm bereits vor 150 Jahren möglich, die heutigen Globalisierungsprozesse bis hin zu den Gefährdungen unserer natürlichen Lebensgrundlagen vorherzusagen. Denn Märkte kennen nur das geldwerte Interesse - mithin ohne Rendite kein Umweltschutz. Die Auseinandersetzung mit seinen Ideen bleibt damit bis heute aktuell.  
Erkenntnis beginnt mit Gefühlen der Unstimmigkeit, die nach Ursachen und Zusammenhängen fragen lassen. 

In unserem Kurs soll es in Form von Vortrag und Gespräch  darum gehen, die marxsche Gedankenwelt in seinen Grundzügen darzustellen und anhand seiner Erkenntnisse unsere alltagsbestimmenden Denkformen, die uns den Blick für die Suche nach Antworten auf die Fragen unserer Zeit verstellen, zu hinterfragen. Wer weder die Neugier für das Denken in Alternativen noch die intellektuelle Anstrengung scheut, sei herzlich willkommen.

Unser Seminar ist eine Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Kurs-Nr.: 20F-1003
Termine:              5 x, montags,  ab 24.02.2020, 18:45-20:15 Uhr
Leitung:               Rainer G. Trotz, Jörg Schröder
Ort:                      Schelfschule, Puschkinstraße 13, Raum 10
Gebühr:               keine Gebühr


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