Ausstellung eröffnet am 03.09.2019: "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen"


Zehn Menschen wurden von der neonazistischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) in den Jahren 2000 bis 2007 umgebracht. Erst im November 2011 wurden die Verbrechen des NSU einer breiten Öffentlichkeit bekannt, obwohl Angehörige der Ermordeten bereits zu einem früheren Zeitpunkt von einer rechtsextremen Mordserie ausgingen. Die Verbrechen sorgten weltweit für Entsetzen.

Der Prozess gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe und weitere Mitangeklagte vor dem Oberlandesgericht in München hat viele Fragen offen gelassen und die gesellschaftliche Aufarbeitung des NSU-Komplexes in einem umfassenderen Sinne steht weiterhin aus.
Die Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" wurde in den Jahren 2012 und 2013 von Birgit Mair im Auftrag des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. erstellt. Seit dem Frühjahr 2018 liegt die nun 24 Tafeln umfassende Ausstellung in aktualisierter Form vor.
Der erste Ausstellungsteil ist den Opfern gewidmet. Es beschreibt das Leben der späteren Opfer in ihren Familien, ihre soziale Anerkennung und Beliebtheit im regionalen Umfeld. Der zweite Teil beleuchtet das Netzwerk des NSU. Analysiert werden auch die Gründe, warum die Mordserie lange nicht aufgedeckt wurde sowie der gesellschaftspolitische Umgang mit dem Themenkomplex. Zum Schluss kommen Angehörige der Ermordeten zu Wort. Sie kommentieren u. a. den Münchener NSU-Prozess und unterziehen die bisherige Aufklärung einer kritischen Beurteilung.

Herr Peter Ritter (MdL) wird bei der Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, dem 03. September 2019 um 14:00 Uhr in der Aula der VHS, Puschkinstr. 13 als Mitglied des NSU-Untersuchungsausschusses des Landtages M-V von der Aufgabe, den Problemen und Erkenntnissen berichten. Es ist auch Raum für einen kritischen Gedankenaustausch gegeben.

Die Ausstellung ist vom 02.09. bis 27.09.2019 zu den normalen Öffnungszeiten kostenfrei in der Schelfschule zu besuchen.

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