Ein Projekt des Vereins Kino unterm Dach e.V. und der Volkshochschule Schwerin, Puschkinstraße 13, 19055 Schwerin

mit Unterstützung des Landesverbandes Filmkommunikation e.V. M-V

Ort  Puschkinstraße 13, 19055 Schwerin Eintritt 5,00 € Zeit 19:30 Uhr
Fahrstuhl bis 2. Etage vorhanden
http://www.kino-unterm-dach.de

Wir sehen uns und freuen uns auf viele Kinogänger, Filme und Erlebnisse.

© GRANDFILM

22. Februar 2018, 19:30 Uhr
Felicite
Starke Frau, kraftvolle Heldin

Félicité lebt mit ihrem Sohn Samo in Kinshasa, wo sie abends in einer Bar leidenschaftlich als Sängerin arbeitet. Mit ihrer Stimme verzaubert sie nicht nur ihre Zuhörer, sondern taucht selbst in eine andere Welt ein. Als Samo bei einem Unfall schwer verletzt wird und operiert werden muss, sieht sich die sonst so unabhängige Félicité gezwungen, Freunde, Nachbarn und sogar Wildfremde um Geld für diese OP zu bitten. Ihr Weg führt sie quer durch die Metropole, in der ungeheure Armut und dekadenter Reichtum direkt nebeneinander existieren. Unerwartete Unterstützung bekommt sie dabei von Tabu, einem Stammgast der Bar. Was anfangs noch wie eine harsche Sozialstudie wirkt, entwickelt sich bald zu einem impressionistischen, fast surrealen Blick auf das Leben in Kinshasa, dem Herz der Demokratischen Republik Kongo.
67. Internationale Film Festspiele Berlin - Silberner Bär - Großer Preis der Jury

Drama      Senegal, Kongo, Frankreich, Deutschland 2017
Regie Alain Gomis
Darsteller Véro Tshanda Beya (Félicité), Gaetan Claudia (Samo), Papi Mpaka (Tabu)\ OMU
124 min     FSK 6

© DieFilmagentinnen


1. März 2018, 19:30 Uhr
WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt
Wenn zwei ausziehen und zu dritt zurück kommen …


Zu zweit zogen Patrick und Gwen im Frühling 2013 von Freiburg gen Osten los, um dreieinhalb Jahre und 97.000 Kilometer später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Ohne zu fliegen und mit einem schmalen Geldbeutel erkundeten sie die Welt, stets von Neugierde und Spontanität begleitet. Die beiden bereisten per Anhalter Länder wie Tadschikistan, Georgien, Iran, Pakistan, China und die Mongolei. Von Japan ging es mit einem Frachtschiff nach Mexiko. Nach der Geburt von Sohn Bruno fuhren sie mit einem alten Bulli durch Mittelamerika.
Als sie im Frühjahr 2016 nach einer Schiffspassage von Costa Rica nach Spanien wieder europäischen Boden unter den Füßen spürten, haben sie die Weltumrundung mit einem 1200 Kilometer Fußmarsch bis vor die Haustüre in Freiburg vollendet.

Gilde-Filmpreis 2017 – Sonderpreis „Kinophänomen des Jahres“
Reisebericht/Dokumentation          Deutschland 2017       
Regie Patrick Allgaier, Gwendolin Weisser
129 min        FSK 0

© DieFilmagentinnen

 

8. März 2018, 19:30 Uhr
Die göttliche Ordnung
Eine Kulturgeschichte des Chauvinismus

Bis zum Jahre 1970 schaffte es die Schweiz sehr erfolgreich, den Titel der ältesten Demokratie für sich zu reklamieren und gleichzeitig den einheimischen Frauen das Wahlrecht zu versagen. Entlang dieser historischen Tatsache erzählt Regisseurin Petra Volpe das politische Coming-of-Age der jungen Mutter Nora. Deren Mann verbietet ihr, wieder arbeiten zu gehen; ein autoritärer Anfall, der die eher unterwürfige Frau ins Grübeln bringt. Mit sich klärendem Blick auf ihre Lebensumstände wird sie aktiv, andere Frauen schließen sich an und bald gilt der Aufstand nicht nur der gesellschaftlichen Gleichberechtigung, sondern auch der bigotten Sexualmoral. Volpe dirigiert die Kamera wie ein Brennglas auf die reaktionäre, verschlossene Welt der kleinbürgerlichen Nachkriegsschweiz und verfilmt den zähen Wandlungsprozess ihres Heimatlandes zu einem der erfolgreichsten Schweizer Filme überhaupt.

Schweizer Filmpreis 2017 Bestes Drehbuch, Tribeca Filmfestival 2017 Beste Schauspielerin
Drama    Schweiz 2017
Regie Petra Biondina Volpe
Darsteller Marie Leuenberger (Nora), Maximilian Simonischek (Hans), Sybille Brunner (Vroni)
96 min    FSK 6

Kleines Filmfest unterm Dach vom 15. - 17. März 2018

© WarnerBros


Mein Leben – Ein Tanz

Außergewöhnliche Künstlerinnen, ungewöhnliche Kooperationen und Tanzen als Politikum

15. März 2018, 19:30 Uhr, Eröffnungsfilm
Pina
Mitfühlen und Mitgefühl

Eigentlich wollte Wim Wenders seinen Film über berauschende Choreographien gemeinsam mit seiner alten Freundin Pina Bausch gestalten. Als sie im Sommer 2009 überraschend starb, entschloss er sich daraufhin eine Dokumentation für die Grande Dame des Tanztheaters zu machen. Entstanden ist eine Hommage, eine Liebeserklärung an die Kunst dieser außergewöhnlichen Meisterin des Tanzes, die diesen revolutionierte und mit innerer Bewegung verband. Sehen Sie einen abendfüllenden Film mit dem Ensemble des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, der sich an den wichtigsten Werken der Choreografin entlang tastet und an Orte führt, die in Pinas Leben von Bedeutung waren.
Als Gast wird Frau Jutta Ebnother, Ballettdirektorin und Choreografin des Mecklenburgischen Staatstheaters, für ein Gespräch zur Verfügung stehen.

Deutschland 2011       Deutschen Filmpreis 2011     Tanzfilm, Dokumentation
Regie Wim Wenders
Darsteller Malou Airaudo, Regina Advento, Ruth Amarante  Protagonisten Pina Bausch
103 min       FSK 0 

©PifflMedien

16. März 2018, 18:00 Uhr
Rhythm Is It!
Musik und Tanz als eine Art Therapeutikum

Im Herbst 2002 nimmt ein ungewöhnliches Unterfangen seinen Lauf. In Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Sir Simon Rattle studiert der Choreograf Royston Maldoom mit 250 Berliner Kids aus 25 Nationen ein Tanzprojekt ein. Bis sich der Vorhang zu den Tönen von Strawinskys „Le sacre du printemps“ hebt, stehen drei Monate voller harter Probenarbeit, Schweiß, Tränen, Disziplinproblemen, Tiefschlägen und Höhenflügen vor allen Beteiligten. Mit Strawinsky, Ballett und Sinfonieorchester haben die Kids so viel Erfahrung wie die Bewohner in ihrer Siedlung im Umgang mit goldenen Wasserhähnen. Aber dann sieht man, wie der Tanz und die Musik die Jugendlichen aufrichten. Wie sich die teigigen Körper straffen, sich die Kinnspitzen heben und die Blicke willensstärker werden. Der Film begleitet die Akteure auf einer Entdeckungsreise in Strawinskys Musikwelt bis zu einer bejubelten Premiere. Er zeigt, wie junge Menschen langsam andere werden, wenn sie durch Musik und Tanz zu sich selbst finden.

Musikfilm, Dokumentation  Deutschland 2004
Regie Thomas Grube, Enrique Sánchez Lansch
Protagonisten Simon Rattle, Royston Maldoom, Susannah Broughton
100 Min     FSK 0

©Prokino

16. März 2018, 20:30 Uhr
Die Tänzerin
Ein Rausch aus Farbe, Licht und Bewegung

Niemand hätte ahnen können, dass die Tochter eines amerikanischen Rodeo-Reiters zum Star der Pariser Oper werden würde. Unter Metern von Seide, erfindet Loïe Fuller ihren Körper auf der Bühne jeden Abend neu und begeistert das Publikum mit ihrem revolutionären Tanzstil. Doch ihr magischer Serpentinentanz erfordert nicht nur schonungslosen Körpereinsatz, auch ihre Augen werden durch den Einsatz moderner Lichtprojektoren zunehmend geschädigt. Vom Perfektionismus getrieben, findet Loïe Unterstützung bei dem melancholischen Adligen Louis und der sanften Gabrielle. Als die junge, grazile Tänzerin Isadora Duncan in Ihr Leben tritt, ist sie anfangs beflügelt und verzaubert, mit der Zeit wird sie von ihr jedoch fast um den Verstand gebracht.

Drama         Frankreich 2016   
Regie Stéphanie Di Giusto
Darsteller SoKo (Loïe Fuller), Gaspard Ulliel (Graf Louis d’Orsay), Mélanie Thierry (Gabrielle Bloch)
Protagonisten Loïe Fuller, Isadora Duncan
112 min      FSK 12

©Temperclayfilm

17. März 2018, 18:30 Uhr
Mein Leben - Ein Tanz
Als ich tanzte, war ich frei

Ein Dokumentarfilm über die berühmte Flamencotänzerin La Chana, die das Publikum in den Sechzigern und Siebzigern mit ihrem Tanzstil begeisterte. Wenn La Chana tanzt, dann mit purer Leidenschaft und lodernder Inbrunst. Und mit fast unmenschlicher Kraft und Ausdauer. Sie ist die Königin des Flamencos. Auf dem Tanzparkett ist sie eine wilde Frau, unabhängig, stolz und mächtig. Und genau so beginnt Lucija Stojevics prämierter Dokumentarfilm. Ihr Film beginnt mit einem Tanz, der das Publikum sofort mit Leidenschaft, Schönheit und Kraft überwältigt. Doch die wilde Frau des Flamencos hat große Verluste erlitten. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verschwand La Chana auf einmal spurlos. Erst nach 30-jähriger Pause beginnt sie an einem Comeback zu arbeiten und kehrt schließlich aus Liebe zum Flamenco auf die Bühne zurück. Im Film erzählt La Chana die Gründe für Ihren Rückzug und gibt den Zuschauern einen Einblick in ihr Leben.

Dokumentation, Musikfilm     Spanien, Island 2017
Regie Lucija Stojevic     Protagonisten Antonia Santiago Amador (La Chana)
OMU    106 Min     FSK 0

©CentralFilm

17. März 2018, 20:30 Uhr
Wüstentänzer
Die Freiheit, sich mit seinem Körper auszudrücken

Der junge Iraner Afshin Ghaffarian tanzt für sein Leben gern, obwohl das Ausleben genau dieser Leidenschaft in seinem Heimatland unter Strafe steht. Sein großes Interesse wird neu befeuert, als es ihm gelingt an Musik- und Tanzvideos aus aller Welt zu kommen, von Michael Jackson bis zu Pina Bausch. Um ohne Angst vor Verhaftung tanzen zu können, gründete Afshin mit seinen Freunden an der Universität eine geheime Tanzgruppe. Die Kompanie probte heimlich im Keller einer Schule. Je größer die politischen und gesellschaftlichen Spannungen im Land werden, um so mehr gerät die Tanzgruppe in Gefahr. Afshin entschließt sich trotzdem zu einem Auftritt in der Wüste weit außerhalb von Teheran. Dort setzten Afshin und seine Freunde alles aufs Spiel. Die Aufführung wird für alle – Tänzer wie Publikum – ein bewegendes Erlebnis. Das Tanzen ist für Afshin und seine Compagnie gleichbedeutend mit der Freiheit selbst.

Musikfilm, Drama    Grossbritannien 2014
Regie Richard Raymond
Darsteller Reece Ritchie (Asfin), Freida Pinto (Elaheh), Tom Cullen (Ardi)
104 Min      FSK 12

©DieFilmagentinnen


22. März 2018, 19:30 Uhr
Körper und Seele
Ein Kammerspiel an ungewöhnlichem Ort

In „Körper und Seele“ laufen sich Endre und Mária eines Tages über den Weg. Die beiden sind sich noch nie begegnet und doch kennen sie sich. In ihren Träumen trifft sich Mária regelmäßig mit Endre und Endre stößt in seinen Träumen ebenfalls auf Mária. Was für eine Liebesgeschichte – verhalten und doch romantisch, langsam und doch packend, märchenhaft und doch realistisch. Und das an einem Ort, wo Liebe gar nicht möglich scheint: in einem Schlachthof, diesem archaischen, blutgetränkten Ort, in dem es so pragmatisch zugeht: Rinder werden in einem Eisengitter festgezurrt, getötet, ausgeblutet, gehäutet, zerschnitten. Authentische, manchmal schwer zu ertragende Bilder, die im Gegensatz zum idyllischen Beginn des Films stehen. Der Film nimmt sich viel Zeit, seine schwierigen Charaktere zu beschreiben und ihnen, mit unterschiedlichem Tempo, eine Entwicklung zuzugestehen.

Berlinale 2017: Goldenen Bären für den Besten Film     Drama
Ungarn 2017      Regie Ildikó Enyedi
Darsteller Ildikó Enyedi (Endre), Alexandra Borbély (Maria) Zoltán Schneider (Janö)
116 Min     FSK 12


©Camino


29. März 2018, 19:30 Uhr
Verfehlung
Geschlossenes System mit Absolutheitsanspruch

„Da schmeißt einer mit Dreck, und es ist nur eine Frage der Menge, ob was hängen bleibt…“ Das möchte der katholische Gefängnisseelsorger Jakob Völz gern glauben, als sein bester Freund und Kollege Dominik Bertram wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch in U-Haft genommen wird.
Mit seinem Debütfilm hat Regisseur Gerd Schneider ein komplexes sowie authentisches Drama über die katholische Kirche und ihre Strukturen vorgestellt. Dass er dabei nicht gerade hart zur Sache geht, lässt die Verleihung des „Preises des 6. Kirchlichen Filmfestivals Recklinghausen“ vermuten. Trotzdem: Die herausragenden Darsteller verkörpern ihre Rollen glaubwürdig und ergänzen das starke Drehbuch zu einem intensiven Kinoerlebnis.

Preis der deutschen Filmkritik 2016: Bestes Spielfilmdebüt    Drama
Deutschland 2014
Regie Gerd Schneider   Darsteller Jakob Völz (Sebastian Blomberg), Dominik Bertram (Kai Schumann), Jan Messutat (Oliver Gondek)
95 min   FSK 12

©PifflMedien


Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung

5. April 2018, 19:30 Uhr
Beyond Punishment
Übermächtige Erfahrungen von Gewalt und Verlust

Der Film BEYOND PUNISHMENT erzählt die Geschichte dreier Männer, die getötet haben, und dreier Familien, die jemanden verloren haben. Das Strafsystem sieht in der üblichen Vorstellung von Schuld und Strafe vor, dass der zugrunde liegende Konflikt zwischen Täter und Opfer dadurch aufgelöst wird, dass die Täter bestraft werden und die Leidtragenden durch die Bestrafung Genugtuung erfahren. Undenkbar, dass sich beide Seiten annähern. Der Film handelt von den Geschichten der Täter und Opfer, die in der Folge der Straftaten bislang keinen Frieden gefunden haben mit der jeweils, ihr Leben verändernden Gewalttat. Er begleitet sie bei Ihrer Suche, einen für sie angemessenen Weg zu finden, mit den Folgen der Straftaten fertig zu werden. BEYOND PUNISHMENT ist eine Reise in die Innenwelt von Gewalt und Strafe, in der unsere Vorstellungen von Schuld und Strafe in Frage gestellt werden.

Zu einem Filmgespräch werden der Regisseur Hubertus Siegert (angefragt) und der Kriminologe Prof. Dr. Michael Lindenberg bereit stehen.

36. Filmfestival Max Ophüls: Preis Bester Dokumentarfilm
Deutschland 2015
Regie Hubertus Siegert   Protagonisten Stiva und Erik, Lisa, Leola und Sean sowie Patrick und Manfred
98 Min      FSK 12

©DCM

12. April 2018, 19:30 Uhr
Magical Mystery ODER: Die Rückkehr des Karl Schmidt
Nur Kaffee und Zigaretten

Karl Schmidt, die einzig relevante Nebenfigur aus Sven Regners „Herr Lehmann“-Kosmos, ging leider und knapp vor der Wende im Drogenwahn verloren. Jetzt aber schreibt man die absurden 1990er mit einer Republik im Ausverkauf und einer Hauptstadt mit Dauerrausch, und pünktlich ist auch Karl Schmidt wieder da. Am falschen Ort (Hamburg Altona) zur richtigen Zeit (nachmittags) qualifiziert ihn seine ärztlich verordnete Abstinenz für den Job als Roadie der Magical Mystery Tour eines Techno-Labels: Irgendjemand muss ja nüchtern bleiben, wenn sich Hippies und Rave vereinen. Charly Hübner als stoischer Kindergärtner einer Bande Durchgeknallter, ein Techno-Märchen mit dem echten WestBam als Dönerbudenwirt und dem überraschten Gesichtsausdruck eines wiedervereinten Deutschlands, das nicht wusste, wie ihm geschah. Grandios!

Komödie
Deutschland 2017
Regie Arne Feldhusen
Darsteller Charly Hübner (Karl Schmidt), Annika Meier (Rosa), Detlev Buck (Ferdi)
111 min     FSK 12

©NeueVisionen


19. April 2018, 19:30 Uhr
Die Flügel der Menschen
Der einsame Kampf für eine verlorene Welt

„Die Flügel der Menschen“ erzählt vordergründig die mysteriöse Geschichte des gewitzten Pferdediebs Centaur hoch oben in den Bergregionen Kirgisistans: Sobald jemand im Dorf ein neues Rennpferd hat, leiht sich dieser mysteriöse Reiter das wertvolle Tier des Nachts aus, entführt es in die weiten Steppen,und schenkt ihm die Freiheit. Die Bestohlenen trachten danach, dem Dieb auf die Schliche zu kommen. Centaur verkörpert den einsamen Kämpfer für eine verlorene Welt, er sucht die Nähe der Pferde, die den Menschen einst Flügel verliehen. Heute dagegen lassen skrupellose Geschäftsmänner die Wildtiere einfangen und sie zu Rennpferden dressieren. Der Film überzeugt vor allem durch seinen bedächtigen Erzählgang, Es ist, als würde die Kamera das Tempo der Menschen, deren Geschichte sie dokumentiert, übernehmen und ihrer unterschwelligen Melancholie angesichts eines schleichenden Traditionsverlusts Ausdruck verleihen.

Drama       Kirgisistan/Niederlande/Deutschland/Frankreich/Japan 2017
Regie Aktan Arym Kubat
Darsteller Nuraly Tursunkojoev (Nurberdi), Zarema Asanalieva (Maripa), Aktan Arym Kubat (Zentaur)
90 Min    FSK 6

©Filmperlen

 

26. April 2018, 19:30 Uhr
Die Beste aller Welten
"Ist die Mama im Arsch?"

Lagerfeuer, Feuerwerk, Abenteuergeschichten: Der siebenjährige Adrian erlebt eine Kindheit im außergewöhnlichen Milieu einer Drogenszene am Rand von Salzburg und mit einer Mutter zwischen Fürsorglichkeit und Drogenrausch. Wenn er groß ist, möchte er Abenteurer werden. Bis dahin aber ist seine Kindheit für ihn die beste aller Welten. Adrian ist kein unglückliches Kind, Helga eine liebevolle Mutter, die Fußball spielt und Zaubermärchen erzählt. Irgendwann aber lässt sich die Außenwelt nicht mehr aussperren und Helga weiß, dass sie clean werden muss, wenn sie ihren Sohn behalten will. Adrian Goiginger erzählt in seinem Debütfilm die eigene Kindheit aus dem Blickwinkel seines siebenjährigen Selbst, schafft eine Hommage an seine Mutter ohne Verklärung und eine Perspektive auf Sucht ohne Stigmatisierung: im Grunde nicht weniger als ein Meisterwerk.

u.a. Filmkunstfest M-V 2017 Publikumspreis, Österreichischer Filmpreis 2018 Bester Spielfilm + 5 weitere Kategorien
Drama     Österreich, Deutschland 2017
Regie Adrian Goiginger
Darsteller Verena Altenberger (Helga Wachter), Jeremy Miliker (Adrian), Lukas Miko (Günter Goiginger)
103 min       FSK 12